Wie wird man Tontechniker?
Die Berufsbezeichnung „Tontechniker“ ist in Deutschland kein geschützter Begriff und jeder der mit Ton – ausgenommen Töpferwaren – arbeitet, kann sich so nennen. Toningenieur oder Tonmeister ist hingegen ein graduierter Hochschulabschluss. Berufswahl 2008 sprach mit Toningenieur Florian Blume.
Wie bist Du zu deinem Beruf gekommen?
Ich selbst habe auf der SAE Frankfurt Toningenieur gelernt. Danach habe ich bei der Fernsehproduktionsfirma TC02 unter Bertelsmann und bei VCC in FFM gearbeitet bis ich mich schließlich selbstständig gemacht habe.
Was hat Dich an dem Beruf besonders gereizt?
Ich mache schon seit langer Zeit Musikproduktionen, die aber vom Sound nie so gut waren, wie kommerzielle Stücke. Deshalb wollte ich hinter dieses Geheimnis kommen und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.
Ist es ein Beruf mit „Starfeeling“?
Nein, du bleibst immer brav im Hintergrund und musst dafür sorgen, dass alles funktioniert. Wenn man anfängt sich mit den Promis zu beschäftigen, ist man ganz schnell weg vom Fenster. Konzentration, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und vor allem Qualität sind gefragt. Wenn man die ganze Zeit mit heruntergeklapptem Kiefer die Künstler durch die Scheibe der Regie bei ihren Aufnahmen angafft oder meint lockeren Smalltalk führen zu müssen, wird man schon bald keine Aufträge mehr bekommen.
Gibt’s skurrile Erlebnisse im Studio?
Man bekommt schon einiges mit – von den klassischen „Hallo, hallo!… ich hör mich nicht“ Geschichten, paranoiden Musikproduzenten bis hin zu Fernsehnachrichtensprechern in Boxer-shorts. Oft gibt es auch Künstler, die so schräg singen, dass man später beim Mischen – wenn die Künstler weg sind – jedes Mal Lachkrämpfe bekommt. So etwas muss man dann, wenn man sich wieder eingekriegt hat, in mühsamer Feinarbeit mit technischen Hilfsmitteln geradebiegen.




