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Spiele-Entwickler -Wenn aus Spaß Ernst wird

Wenn aus SPIEL UND SPASS Ernst wird

Steinchen-Stratege: Der Modellbauer
„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ schrieb Friedrich Schiller Ende des 18. Jahrhunderts. Der gute alte Dichterfürst hätte sicherlich auch an einem Broterwerb Gefallen gefunden, der als höchstes Ziel anstrebt, ein Leben lang zu spielen. Nun, so etwas gibt’s. Einer davon ist der Beruf des Modellbauers. Wer etwa das Glück hat, für den Spielzeughersteller Lego werkeln zu dürfen – im Günzburger unternehmens-eigenen Freizeitpark oder auch im ersten Legoland Discovery Center am Potsdamer Platz in Berlin – der kann seiner Fantasie wahrlich freien Lauf lassen. Er darf den ganzen Tag mit den seit den 1940er Jahren bekannten Steinchen bauen, an einem Miniatur-Berlin aus mehreren hunderttausend Teilen beispielsweise. Und wird dafür auch noch bezahlt. Von „leg godt“ – dänisch für „spiel gut“ stammt der Name ab.

Der Arbeitsalltag gestaltet sich der Materie entsprechend plastikklötzchenbunt: In der Showwerkstatt baut der Modellbauer Figuren zusammen, die später in die Ausstellung integriert werden, repariert beschädigte Modelle und erstellt neue, kreative Entwürfe künftiger Legowelten. Aber auch Auftraggeber von außen richten sich an Modellbauer des Spielzeugherstellers, um für Messen kleine Modelle ihrer Produkte als Eye Catcher für den Firmenstand zu bestellen. Und Einkaufszentren richten sich an die Klötzchen-Künstler und erwarten von ihnen eine aufwändige Dekoration.

Kleinteilig – aber von großer Wirkung. Um hier hin zu kommen reicht es natürlich nicht, schon im Vorschulalter gerne mit Lego gebaut zu haben. Wobei das durchaus hilft. Aber während der Ausbildung zum Modellbauer erwirbt man dann doch noch weitere zielführende Fähigkeiten wie Kunststoffverarbeitung, Maschinenführung oder das Behandeln von Oberflächen und kennt sich danach aus mit der CNC-Programmierung, dem Fräsen und der Gießereitechnik.

Wie kann man’s werden
Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Aber die Betriebe nehmen überwiegend Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss in die Lehre: Von den 181 Auszubildenden, die 2006 mit dem Modellbau begannen, verfügte die Hälfte über einen mittleren Bildungsabschluss. Ein knappes Drittel kam von der Hauptschule, elf Prozent vom Gymnasium und einige wenige brachten überhaupt kein Abschlusszeugnis mit. Modellbauer ist ein nach der Handwerksordnung anerkannter Ausbildungsberuf. Die dreieinhalbjährige duale Ausbildung erfolgt in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Im letzten Jahr spezialisiert sich der Lehrling auf Anschauungsmodellbau oder Produktionsmodellbau.

Ein Modell auch fürs Ausland
Als Modellbauer hat man Zugang zur internationalen Zusatzqualifikation „Europaassistent im Handwerk“, über die man interkulturelle Kompetenzen aufbauen und Fremdsprachenkenntnisse verbessern kann. Dafür werden im Berufskolleg Fächer wie Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht besucht und ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland absolviert.
Infos: www.letsgo-azubi.de.
www.modellbauer-handwerk.de

Spiele-Erfinder
Es gibt keine eigene Ausbildung, um Spiele-Erfinder zu werden. Auffällig ist allerdings, wie viele erfolgreiche Spiele-Autoren auch große Mathematiker sind. Uwe Rosenberg etwa. Der studierte Statistiker ist mit dem Handelsspiel um Comic-Bohnen „Bohnanza“ bekannt geworden, letztes Jahr hat er für seine Erfindung „Agricola“ auf der weltweit größten Messe für Gesellschaftsspiele, der SPIEL in Essen, den Deutschen Spiele Preis verliehen bekommen. Und der Schwabe Rainer Knizia, dessen über 400 Spiele mehr als zehn Millionen Mal verkauft wurden, ist ebenfalls promovierter Mathematiker. Wer für sich herausfinden möchte, ob dieser freie Beruf erstrebenswert wäre, kann sich über die Spieleautorenzunft zu den nächsten Workshops oder Messen erkundigen

Termine:

Das Spieleautoren-Treffen in Göttingen findet seit mehr als 15 Jahren jedes Jahr vor den Sommerferien statt. Hier kann man sich inspirieren lassen oder neue Spiele und ihre Autoren kennen lernen:
www.spiel-und-autor.de.

In München-Haar findet alljährlich im Frühherbst auch ein Autorentreffen statt. www.spiele-archiv.de. Ebenfalls in München: www.spielwiesn.de.

Internationale Spieltage, Essen:
jeden Oktober strömen mehr als 100.000
spielbegeisterte Besucher nach Essen:
www.merz-verlag.com.

Info-Links:
www.spieleautorenzunft.de
www.spieleautorenseite.de
www.luding.org (umfangreichste deutschsprachige Datenbank zu Autoren, Spielen und Verlagen)

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