Was soll ich werden?
Man soll sich zum Beruf berufen fühlen, die eigenen Träume einbringen, die eigene Persönlichkeit. Aber: Man weiß auch um den eigenen Wankelmut. Also muss ein Test her, um mehr Klarheit in die diffuse Beruforientierungsphase zu bringen. Der Pädagoge Peter Uhde, ein Spezialist für Berufswahl und Persönlichkeitsentwicklung, weiß, worauf es ankommt: „Persönlichkeitstests sagen zwar noch nichts über eine Berufseignung aus, aber sie stellen heraus, was die eigenen Träume und Wünsche sind. Die sollten danach noch in eine Rangfolge gebracht werden. Genauso geht man vor bei der Frage ‚Was ist mir wichtig und warum?’. Und bringt auch das wieder in die richtige Reihenfolge, ebenso den Gegenpart: ‚Was will ich unter keinen Umständen tun?’“.
Achtung vor falschen Vorstellungen, manchmal sind Träume Schäume!
Das erklärt Peter Uhde an einem einleuchtenden Beispiel: „Bei Jungen steht zur Zeit der Beruf des Kfz-Mechatronikers hoch im Kurs. Die Vorstellung: ich habe sehr viel mit Elektronik zu tun, sitze am Computer oder am Diagnosegerät. Im Praktikum merke ich aber sehr schnell, dass ich mir die Hände schmutzig machen muss, dass handwerkliches Geschick von mir gefordert ist, dass meine Kleidung mit Öl verschmiert wird. Jeden Abend sich gründlich waschen und die verschwitzte Wäsche wechseln. Genau das aber will ich nicht. Aus der Traum. Also doch nichts mit dem ‚heißgeliebten’ Beruf.“
Der Persönlichkeitstest
Hier gibt es unterschiedliche Verfahren. Z.B der Explorix, zum selbst auswerten, und/oder der Allgemeine Interessen-Struktur-Test, die beide die gleiche theoretische Grundlage haben. Die zeigen die psychologischen Interessen auf – also die innere Motivation. Von sechs verschiedenen Kategorien werden die drei wichtigsten, die den jeweiligen Menschen kennzeichnen, herausgefiltert.
- R - praktisch, technisch, handwerklich
- I - intellektuell, untersuchend, forschend
- A - künstlerisch, sprachlich, musisch, kreativ
- S - sozial, erziehend, pflegend
- E - unternehmerisch, führend, verkaufend
- C - konventionell, ordnend, verwaltend
Nach dem Persönlichkeitstest werden die sechs Buchstaben in die persönliche Reihenfolge gebracht. Mit den ersten Dreien wird dann operiert: Wer sich als RIA-Typ entpuppt, kann nun im Berufekatalog nachschlagen, was zu ihm passen würde. Hier müssen die schulischen Voraussetzungen berücksichtigt werden: Ist es ein Beruf mit dualer Ausbildung? Sollte ich auf eine Berufsfachschule? Brauche ich sogar einen universitären Abschluss? Wer hier noch nicht fündig wird, kann die drei Buchstaben auch umstellen. Vielleicht ist bei IRA das richtige dabei. Oder bei AIR, oder ARI. Wer all die Berufe überblickt, die sich anböten, sollte jetzt zur Praxis schreiten: Schnuppertage, Praktika, Interviews mit Berufstätigen geben schon Einblicke ins reale Arbeitsleben. Erst dann kommt der eigentliche Berufseignungstest, der herausfindet, ob man sich für den Beruf nicht nur interessiert, sondern eben auch eignet. Am Ende prüfen dann die Firmen selbst gerne noch einmal über eigene Auswahltests z.B. die verbale, numerische und figurale Fähigkeit, also das schlussfolgernde Denken eines Bewerbers. So. Nach geglückten Tests geht es dann schließlich nicht mehr darum, sich auf Papier zu bewähren. Sondern in echt.
- www.was-werden.de (Berufsberatungsmagazin der Arbeitsagentur)
- www.jobtest.unicum.de (kostenlos bei Registrierung im Unicum-Netzwerk, dauert 100 Minuten)
- www.allianz.de (kostenlos, dauert 90 Minuten)
- www.explorix.de (kostet 10 Euro, dauert 20 Minuten)
- www.geva-institut.de




