Von Kopf bis Fuß
Hair damit: Das Friseurhandwerk
Haar wächst immer. Auch in Krisenzeiten. Und auch nach dem Haare raufen will man ja irgendwann doch wieder gut aussehen. Also ran an Fön, Farbe und Frisiertisch – je nach Belieben in einem Friseurbetrieb, einem Wellnesshotel, bei Modeschauen oder Film- und Theaterproduktionen. Die Kenntnisse eines Friseurs beziehen sich nach der Ausbildung nicht nur aufs Haar. Auch Haut, Hände und Nägel werden gepflegt. Außerdem beherrscht der frischgebackene Figaro die neuesten Schneidetechniken wie Effilieren, Messerarbeiten oder Texturieren. Einziger Wermutstropfen im Pflegeshampoo: Die Ausbildungsvergütung ist im Friseurhandwerk besonders gering. Von 329 Euro zu leben dürfte jedem Azubi schwer fallen. Deswegen liegt dem Bundestag derzeit auch schon eine Petition vor, die sich für eine Mindestausbildungsvergütung von 550 Euro stark macht. Wer unterzeichnen will, findet bei www.jugend.verdi.de den Link.
Ein neuer (Ab-)Schnitt: Schneiden im Ausland
Einen Teil der Ausbildung darf man auch im Ausland verbringen. Etwa über die Zusatzqualifikation „Europaassistentin im Handwerk“. Dafür verbringt man einige Zeit am Berufskolleg – und dann fürs Praktikum im Ausland. Mit dem Online-Wörterbuch DISCO fällt das Schneiden in anderen Ländern nicht so schwer: gerade berufliches Glossar ist hier schnell abzurufen: www.disco-tools.eu.
Wer kann’s werden
Überwiegend stellen die ausbildenden Betriebe junge Menschen mit Hauptschulabschluss ein. Von den knapp 16.000 angehenden Friseuren, die 2006 mit der Ausbildung begannen, fanden 52 Prozent mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche in den Salon, 31 Prozent mit dem mittleren Bildungsabschluss und vier Prozent brachten keinen Abschluss mit. Die restlichen Bewerber kamen mit Abitur oder von einer Berufsfachschule. Die dreijährige duale Ausbildung ist deutschlandweit gleich und wird im Handwerk angeboten.
Die äußeren Werte zählen (... eben doch auch): Die Kosmetikerin
Was es am menschlichen Körper nicht alles auszusetzen gibt. Unser heutiges Schönheitsideal verlangt nach harter Arbeit. Störendes, das wir nicht selbst schweißgebadet im Fitness-Studio los werden, muss eben die Kosmetikerin entfernen: Pickel, Mitesser, Härchen, Dellen und Falten sind pfui. Der ideale Mensch ist schlank, glatt und porentief rein. Eine Kosmetikerin trägt dazu bei: Mit Ganzkörpermassagen, Lymphdrainagen, Waxing, Laserbehandlungen oder elektrokosmetischen Behandlungen, etwa bei Zellulitis. Zur weiteren Verschönerung manikürt und pedikürt sie auch – und wem die gewöhnlichen Schönheitsbehandlungen zu kurzlebig scheinen, dem sei permanentes Make-up empfohlen. Nach einer Weiterbildung zur Bio-Kosmetikerin berät sie zu Lebensweise und Ernährung und behandelt nur mit Pflege- und Kosmetikprodukten aus natürlichen Werkstoffen.
Wer kann’s werden und wie geht’s weiter
Hauptschulabschluss bzw. ein mittlerer Bildungsabschluss sind Voraussetzung. Die dreijährige Ausbildung ist bundesweit geregelt und wird in Industrie und Handel sowie im Handwerk angeboten. Je nach Land kann man auch an Berufsfachschulen und Berufskollegs den Abschluss erwerben und anschließend etwa in Kosmetikstudios, Wellnesshotels oder Parfümerien arbeiten.
Zeigt her eure Füße – aber erst nach dem Besuch beim Podologen
Dann sind sie nämlich hübsch und sommersandalentauglich: ohne Hühneraugen, Warzen, Hornhaut und Nagelpilz. Sorry, aber darüber muss man eben auch mal sprechen. Und vor allem: Dagegen angehen. Das tut der Podologe, auch auf ärztliche Verordnung hin. Diabetiker werden beispielsweise häufig von ihrem Arzt zur medizinischen Fußpflege geschickt, sind sie doch schneller fußkrank als Nicht-Zuckerkranke. Bei eingerollten Nägeln passen Podologen justierende Nagelspannen an und modellieren bei Zehenfehlstellungen sogar Silikon-Orthosen.
Wer kann’s werden
Ein mittlerer Bildungsabschluss ist Voraussetzung. Ein Hauptschulabschluss plus abgeschlossener Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer reicht auch. Die Ausbildung ist bundesweit geregelt und dauert zwei Jahre. Arbeit finden die Fußexperten in podologischen oder physiotherapeutischen Praxen, in den Fußpflegeabteilungen von Rehabilitationskliniken, in Kosmetiksalons, Wellnesshotels oder Orthopädiehäusern.
- www.berufenet.arbeitsagentur.de
- www.berufe-mit-sinn.de
- www.quaas.de (Jobs und Karriere in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft)




