Traumjob Triathlet
Seine Fans und Konkurrenten nennen ihn den “Norminator”: Der 35jährige Pforzheimer Normann Stadler ist zweifacher Weltmeister im Triathlon – und damit bester Deutscher aller Zeiten. Der Ironman Hawaii ist berüchtigt – wer hier “finishen” konnte, wie der gemeine Triathlet sagt, hat 180 Kilometer Radstrecke, knapp vier Kilometer Schwimmen im offenen Meer und einen Marathonlauf hinter sich. Bei 40 Grad Celsius. Da muss man schon ein Getriebener sein, um das zu wollen. Eben einer wie Normann Stadler.
Wann wusstest Du, dass der Sport für Dich zum Beruf werden würde?
Sport fasziniert mich, so lange ich denken kann. Vom Sport zu leben, ist allerdings immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Deshalb habe ich auch nach der Schule eine Ausbildung als Bürokaufmann gemacht. Wenn man sich für eine Profi-Karriere im Triathlon entscheidet, muss man zu den Top-Athleten der Welt gehören. Ich hatte das Talent, den Trainingsfleiß und auch das Glück, dass die Gesundheit mitgespielt hat. Mir war von Anfang an bewusst, dass eine Profi-Karriere sehr harte Arbeit bedeutet. Wenn man sich keine Illusionen macht und weiß, dass Rückschläge dazugehören, dann bleibt es ein absolut positiver Traum.
Wie fühlt es sich an, den Ironman Hawaii zu gewinnen?
Hawaii bedeutet den Thron des Triathlon, und den zu besteigen, ist ein unglaublich tolles Gefühl. Dafür lohnt es sich, ein Leben lang zu kämpfen. Nach meinen Siegen in 2004 und 2006 hätte ich die ganze Welt umarmen können.
Was würdest Du einem jungen Sportler
raten? Wann weiß er, dass er berufen ist?
Am Ende ist niemand berufen, sondern beruft sich selbst. Dazu gehört Leidenschaft und absoluter Wille. An der Spitze wird die Luft dünn, und da behaupten sich nur diejenigen, die sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen.
Wie sieht Dein Alltag aus?
Ich trainiere bis zu acht Stunden am Tag. Das variiert aber je nachdem, in welcher Phase der Saison ich mich befinde, und wann der nächste Ironman geplant ist. Im Idealfall trainiere ich täglich jede Disziplin.
Gibt es eine Sport-Ausbildung, die Du gemacht hast?
Jahrelange Erfahrung hat mich ausgebildet.
Was kommt nach dem Triathlon?
Triathlon ist mein Leben, und das würde ich auch nach meiner aktiven Karriere gerne weitermachen. Ich denke da zum Beispiel an Nachwuchsarbeit. Aber bis dahin habe ich noch ein paar Jahre Zeit. Das Gefühl, in Hawaii zu gewinnen, ist einfach zu schön, um es nicht ein drittes Mal zu versuchen.




