Traumberuf Schauspieler
Interview mit der Schauspielerin Tina BordihnDie Schauspielerin Tina Bordihn, 34, wusste schon als Kind vor dem Fernseher: „Da möchte ich später rein“. Drin ist sie schon lange. Ohne Schauspielschule, dafür mit Workshops und Privatunterricht. 1997 verkörperte sie ein Jahr die Zicke Sonja Wiebe bei „GZSZ“, es folgten weitere Serien-Erfolge wie „Girl friends„ oder „Post Mortem“. Seit 2006 spielt sie die Hauptrolle Sonja Schwanthaler in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“. Ihr erster großer Kinofilm „Comedian Harmonists“ katapultierte Bordihn an die Seite von Ben Becker. Vier Jahre später, 2001, stand sie in Werner Herzogs „Invincible“ neben Tim Roth. Kurz bevor sie von ihrem Engagement durch Herzog erfuhr, hatte sie Roths Interpretation des Ozeanpianisten im Kino gesehen und dachte: „mit dem würde ich gerne spielen“. Ein Traum? Man muss ihn leben, meint Tina Bordihn.
Du kamst über Umwege zur Schauspielerei?
Zuvor habe ich gemodelt und Werbespots gemacht. Das lag mir nicht wirklich. Mich hat immer wieder die Frage „gequält“, wie ich mein restliches Leben gestalte. Ich bin nach New York geflogen, um in einem Ashram darüber zu meditieren. Danach habe ich Schauspielerfreunde besucht, die mich mit zu Susan Batson nahmen. Ein Kraftpaket, das Schauspieler wie Nicole Kidman oder Wesley Snipes coacht. Schon nach dem ersten Tag wusste ich: „Das ist es, das will ich“. Das war 1996.
Was rätst Du einem jungen Menschen, der Schauspieler werden möchte?
Dem Traum zu folgen. Ich persönlich finde den Weg über eine Staatliche Schauspielschule gut. Sich aber nicht entmutigen lassen, wenn es nicht sofort mit der Aufnahme klappt, sondern die nächste Schule probieren. Wo Menschen Entscheidungen treffen, gibt es auch Fehler. In der letzten Instanz würde ich dann eben auf eine private Schauspielschule gehen.
Was braucht es?
Talent, Geduld, Ausdauer, Neugier, Freude. Ein bisschen Glück. Aber wenn es ein Traum ist, diesen Beruf zu erlernen und zu leben, wird dieser Traum Kraft geben, auch über Durststrecken. Und das Wissen, dass der Job sich nicht unbedingt durch Sicherheit und Regelmäßigkeit auszeichnet.
Aber 10 verschiedene Leute werden zu dem Thema 10 verschiedene Dinge sagen. Also lieber seiner Intuition trauen oder Menschen, die es wirklich gut mit einem meinen.




