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IT - Die zukunftsträchtigste Arbeit

IT. Die Bit und Byte-Arbeit

Mehr als 800.000 Beschäftigte tummeln sich in Deutschland im IT-Bereich. Damit ist die IT-Branche auf Augenhöhe mit deutschen Traditionsindustrien wie Auto, Chemie oder Stahl. Und es sollen noch mehr Arbeitsplätze werden. 1,2 Milliarden Euro will Berlin bis 2009 in die Hightechforschung investieren. Deutschland soll an die Weltspitze – so der Plan von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und in der Tat sind die Deutschen dort noch nicht wirklich vertreten. Der einzige deutsche IT-Konzern von Weltrang ist SAP, weltweit führender Anbieter von Unternehmenssoftware. Dabei ist es nicht der Erfindergeist, der hierzulande fehlen würde: Die Kompression digitaler Musikstücke in das so genannte MP3-Format wurde beispielsweise in Deutschland entwickelt – am Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen. Wer allerdings am Ende damit das große Geschäft machte ist auch hinlänglich bekannt: Der US-Amerikaner Steve Jobs dominiert mit seinem Apple-Konzern den Markt für digitale Musikstücke und Musikabspielgeräte, den iTunes und iPods.

Drei, zwei, eins

Aber natürlich geschieht auch in deutschen Landen IT-Erfolgsgeschichte. Etwa die der Gebrüder Marc, Oliver und Alexander Samwer. Die Berliner Internet-Unternehmer hatten Ende der 1990er Jahre die Online-Auktions-Website Alando.de gegründet, die schon wenige Monate später für circa 50 Millionen Dollar vom Branchenführer Ebay gekauft wurde. „Drei, zwei, eins – Eures!“, dachten sich die Brüder und investierten das schnell verdiente Geld wieder in eine neue und lukrative Geschäftsidee: Das Klingelton-Portal Jamba. Welches wieder von einem US-Konzern aufgekauft wurde– für 273 Millionen Dollar. Seit Anfang dieses Jahres sind die Brüder mit ihrem Kapital auch beim Online-Netzwerk Facebook mit dabei, das als eines der spannendsten Internet-Unternehmen gilt und dessen Expansion die Samwers in Europa vorantreiben wollen.

Ideen fürs Land

Dass solche Erfolgsstories in der deutschen IT-Branche immer noch recht selten sind, könnte zu einem guten Teil auch daran liegen, dass unser Bildungssystem die Entwicklung Deutschlands zum IT-Standort nicht gerade fördert: Nur sechs Prozent der deutschen Lehrer setzen laut einer Studie in mehr als der Hälfte ihrer Unterrichtsstunden einen Computer ein. In Großbritannien sind es 38 Prozent, sogar in Ungarn 27 Prozent. Marc, Oliver und Alexander Samwer sind auf ihre Idee mit Alando.de übrigens auch nicht in ihrer Heimat gekommen. Sie gründeten das Internet-Auktionshaus 1999 nach einer längeren gemeinsamen Reise durch die Vereinigten Staaten.

Fachleute für Informationstechnik gesucht

Laut dem Branchenverband Bitkom sind IT-Fachleute stark gefragt. In der deutschen Wirtschaft sollen derzeit 43.000 Stellen für Experten nicht besetzt sein. Darauf würden 18.000 auf die Branche um Computer und Telefon selbst entfallen, die restlichen 25.000 Jobs beträfen Wirtschaftszweige der Informations- und Kommunikationstechnik. Um dieser Knappheit entgegen zu wirken, fordert die IT-Lobby Reformen des Bildungssystems: Der technisch-naturwissenschaftliche Unterricht an den Schulen soll gestärkt und Informatik als Pflichtfach etabliert werden. Schulische Zusatzangebote sollen außerdem vermehrt Mädchen für Technik und in der Schlussfolgerung auch für ein Informatik- oder Ingenieurswesenstudium begeistern.

Sparten

Heute werden im IT-Bereich vier Teilgebiete unterschieden: Die Kommunikations-IT befasst sich mit Telekommunikation. Die Unterhaltungs-IT betrifft Spielgeräte und Multimedia-Anwendungen. Die Business-IT umklammert die Informationstechnik von Handel, Börse, Versicherungen, Banken und Steuerwesen und die Industrielle IT realisiert die Vernetzung von Maschinen in Herstellungs- und Produktionsprozessen innerhalb eines Werkes oder auch über Firmengrenzen hinweg. Das sind viele Tätigkeitsbereiche, für die man sich nach und während der Ausbildung spezialisieren kann.

Software-Branche

Gerade die Software-Branche gilt als sicherer Jobmotor. Bis 2011 werden in Deutschland rund 193.000 neue Software-Arbeitsplätze entstehen, die Erstellung, Installation, Wartung und den Vertrieb betreffend.

Termin:
Computermesse Systems München, 21.-24 Oktober 2008 www.systems.de (mit Sonderbereich Jobtown für Arbeitssuchende)

Game Designer - der Proxy-Profi

Neue Spiele für Handy, Computer oder Video? Hier ist der Game-Designer gefragt. Er plant und konzipiert Spielabläufe, entwirft Städte und ganze Landschaften, erfindet visionäre Fahrzeuge und kreiert die zu seiner virtuellen Welt passenden Charaktere. Die Monster, Fabelwesen und Helden durchstreifen mittelalterliche Szenerien oder auch die Schwärze des Weltraums und erleben gemeinsam mit dem Spieler ihre eigene Geschichte – die Storyline. Um diesen kreativen Beruf auszuüben, sind grundverschiedene Fähigkeiten nötig – dementsprechend breit ist die Ausbildung in den Berufsfachschulen oder privaten Bildungseinrichtungen gefächert: Während der zwei bis drei Jahre wird Kunst- und Stilgeschichte genauso unterrichtet wie digitale Gestaltungstechniken, Vertrags- und Medienrecht, Typografie, Fotografie, Kameraführung und sogar Philosophie.

Brot für Spiele

Spätestens mit der Computerspielekonsole Wii von Nintendo gelang der virtuellen Spielewelt der Sprung in sämtliche Altersklassen. Nintendos Vorstandschef Satoru Iwata betont, dass Nintendo Spiele „für Menschen zwischen 5 und 95 Jahren“ mache. Da sind Käuferschichten dabei, die vorher keiner angesprochen hatte. Aber seitdem dank der Wii-Sensorik keine Knöpfe und Tasten bewegt, sondern nur die Hände geschwungen werden müssen, kugeln sich eben auch gerne Ruheständler einen Arm beim virtuellen Tennisspiel aus. Nach Super Mario, Zelda und dem Game Boy haben es die Japaner aus der Kaiserstadt Kyoto also wieder allen gezeigt.

Wer kann’s werden

Manche Bildungseinrichtungen erwarten von künftigen Game Designern Hochschul- oder Fachhochschulreife. In der Regel reicht aber ein mittlerer Bildungsabschluss aus.

Perspektiven

Arbeitgeber werden die Softwareentwickler für Computer-, Video- und Handyspiele sein oder auch Softwareverlage. Bis 2010 soll der heiß umkämpfte Computerspielmarkt von heute 30 Milliarden auf 40 Milliarden Euro Weltumsatz wachsen. Nach der Ausbildung wird man sich vermutlich entscheiden müssen, ob man diese Fantasy- und Ritterspielesparte bedienen möchte, Strategiespiele für Unternehmen entwickelt oder sich an Lernprogramme für Schüler wagt.

Info-Links:
www.game-bundesverband.de (Webseite des Bundesverbands der Entwickler von Computerspielen)
www.ibusiness.de (Stellen, Praktika und Agenturrankings aus Bewerbersicht)
www.dasauge.de (Praktika und Stellen in der Kreativbranche)

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