Eins plus Eins macht ... Sinn!
Lehre und Hochschule: Das Duale StudiumWas ist denn nun besser für eine erfolgreiche berufliche Zukunft – eine abgeschlossene Lehre oder ein Diplom? Wie wäre denn einfach beides? Nein, das dauert nicht zu lange. In den vier Jahren des dualen Studiums erhält der Studierende nicht nur umfangreiche Theoriekenntnisse, er erlebt außerdem die unternehmerische Wirklichkeit. Immer im Wechsel. Und im günstigsten Fall werden die Studienbeiträge von etwa 500 Euro pro Semester vom Unternehmen bezahlt, für das er bis zur Diplomarbeit auch immer wieder phasenweise arbeitet. Und oftmals auch noch darüber hinaus. Denn: Die meisten Firmen geleiten ihren Studenten gleich in ein gesichertes Arbeitsverhältnis. Die Übernehmensquote liegt zwischen 90 und 100 Prozent. Aber Achtung: Ein doppeltes Ergebnis ist auch doppelt so zeitintensiv: Semesterferien fallen aus – wenn andere Urlaub machen, steht man selbst im Unternehmen. Das sollte die Zukunft schon wert sein.
Auch die BAW, die Bayerische Akademie für Werbung und Marketing in München, bietet neben den klassischen berufsbegleitenden Ausbildungen ein eigenes Work & Study Programm. Und das geht noch deutlich kürzer als die Verbundstudiengänge von Hochschule Dual. Wer den Fachwirt der BAW anstrebt, muss etwa ein Jahr für die Ausbildung einrechnen. Werkstudenten, die bis zum Bachelor wollen, brauchen zwei Jahre. Akademieleiter Dr. Matthias Lung erklärt „Berufswahl – Mein Weg in die Zukunft“, wie praxisnah Ausbildung sein sollte. Auch Kim Fackler kennt sich gut aus in den Vorlesungssälen der BAW. Die 24jährige Kauffrau für Digital und Print hat dort über ein Jahr lang eine Weiterbildung zum Marketing-Fachwirt gemacht. Immer an den Wochenenden, direkt nach ihrer Arbeit bei der MWB Medien GmbH. Schon bald wird sie ihr Diplom in den Händen halten. Die ersten Marketing-Konzepte hat sie schon alle im Kopf. Der Karrierebaustein ist gelegt. Und hopp! Wieder ein Stückchen weiter nach oben.
An wen richtet sich das Work & Study Programm?
Dr. Matthias Lung: „Unser Work & Study Programm richtet sich an junge Leute, die sich für das duale System interessieren und über unsere Firmenliste an Unternehmen kommen, mit denen sie bis zum Bachelor spazieren können. Die BAW bietet dieses Work & Study Programm nicht nur als grundständige Alternative zur Uni an sondern gerade auch für junge Leute, die nach einer Lehre merken, sie würden eigentlich ganz gerne an die Uni, aber drei, vier Jahre Theorie als lähmend empfinden. In diese Lücke springen wir ein, indem wir den Unternehmen sagen: ‚Haltet Euch diese Lehrlinge, bezahlt ihnen das Studium und gebt ihnen weiterhin eine Lehrlingvergütung plus die Summe X.’ Im Vergleich dazu sind die Studenten an der Uni arme Schlucker. Work & Study ist ein Gewinnermodell.“
Was ist bei Work & Study anders als in einer Universität?
Dr. Matthias Lung: „In der Universität wird ein ideales System dargestellt, in dem man aus der Forschung heraus für die Lehre arbeitet. Die Praxis benötigt allerdings teilweise deutlich weniger theoretisches Wissen und kennt dafür deutlich mehr Störgrößen, als sie in universitären Modellen berücksichtigt werden. Wir nehmen die Angst vorm Scheitern, denn durch unsere referierenden Praktiker erkennen die Studenten, dass andere auch schon die gleichen Probleme gewälzt haben – und auf pfiffige Lösungen kamen, die sie jetzt wiederum mit den Studenten teilen.
Deswegen haben wir an der BAW verschiedene Mottos. Eines heißt ‚So viel Praxis wie möglich und so viel Theorie wie nötig’. Es gibt nun einmal Begriffe aus der Betriebswirtschaftslehre, die einem in Unternehmen andauernd begegnen. Die müssen sitzen. Ein anderes Motto ist ‚Von der Praxis für die Praxis’: Wir lassen Dozenten berichten, wie es bei ihnen funktioniert – oder eben auch einmal nicht funktioniert. Unsere Lehrkräfte sagen frei heraus: ‚So sollte es im Idealfall sein – aber das haut nie hin.’ Und erklären dann ihren
Lösungsweg.“
Wie stark spürt man die Praxis im Vorlesungssaal?
Kim Fackler: „Anfangs steigt man zwar mit Betriebswirtschaft und Volkswirtschaftslehre ein. Doch dann gibt es die vielen Arbeitsprojekte. An denen erkennt man schnell, dass viel Wahres dran ist, an dem, was die Dozenten erzählen. Der Unterricht ist wirklich aus dem Leben gegriffen – man sitzt oft drin und schmunzelt. Doch nicht nur die Dozenten berichten aus dem Arbeitsleben – man selbst steckt plötzlich mitten drin. Etwa, wenn man für ein mit der Akademie kooperierendes Unternehmen ein neues Marketing-Konzept erstellt. Das ist alles wirklich sehr praxisnah.“



